Benoetigtes Material:
1 Naehmaschine.
(Ohne eine stabile Naehmaschine wird es nicht gehen. Ich habe eine "Pfaff 296" mit Metallgehaeuse
(!) verwendet.)
1 Reissverschlussfuss fuer die Naehmaschine.
Ledernadeln.
Leder in grau fuer das Obermaterial (OM).
Leder in schwarz, dunkelblau, dunkelgrau oder aehnlichem fuer das Untermaterial (UM).
2 dicke Aquariumsschlaeuche fuer die "Wuerste".
1 Verschluss fuer die Brustwurst. (hier sog. Bikini-Verschluesse)
2 "Messing-Duebel" fuer Metallschrauben, mit einem Innendurchmesser groesser als dem, der
Schlaeuche.
Messingrohr mit einem Aussendurchmesser gleich dem der "Messingduebel".
Metall fuer die Beschlaege.
Blindnietzange, Blindnieten und Unterlegscheiben.
Blechschere, Feile und Schleifpapier fuer die Metallverarbeitung
Die Streifentechnik:
Das Leder stammte von einem lederverabeitenden Betrieb,
welcher Schuhe, Taschen, Koffer und aehnliches produziert. Das bei der Produktion anfallende Restleder wird per Kilo verkauft. Dieser Preis ist wesentlich guenstiger als der Preis einer kompleten Haut. Man muss aber Glueck bei der Suche haben und man erhaelt meist unguenstige Stuecke, die man erst durch geschicktes Zuschneiden verwenden kann.
Die verwendete Technik entstand, da zur Verarbeitung nur lange Streifenstuecke zur Verfuegung standen.
Um die Struktur der nebeneinander liegenden Streifen zu erhalten, schneidet man sich einen geraden OM-Streifen mit der Breite von 4,5-5,0 cm und der benoetigten Laenge und einen geraden UM-Streifen der Breite 3,5-4,0 cm. Die Breiten haengen auch davon ab, wieviel Material man zur Verfuegung hat. Je breiter desto besser, aber oft gibt das Hautstueck nicht genuegend her. Die untere Breite ist daher die Minimalbreite, um spaeter sichtbare Streifen von ca 3,5 cm in einem Abstand von 0,4-0,8 cm zu erhalten. Dieses entspricht optisch den Orginalbreiten der, uns so wolhbekannten Klingonen Uniformen.
Da das Material der Orginaluniformen in den Zwischen- raeumen eher wildlederartig erscheint, muss das UM mit seiner rauhen Seite sichtbar sein. Daher wird der OM- Streifen mit seiner rauhen Seite nach oben auf die rauhe Seite des UM-Streifens in einem Abstand von ca. 1,0 cm von dessen Kante aufgelegt und vernaeht. Anschliessend wird der OM-Streifen herumgeklappt, und in einem Abstand von ca 0,5 cm von dem
enstandenen Rand noch mal mit einem geraden Stich auf das UM aufgenaeht. Hierdurch entsteht eine gerade (!), "wulstige" Naht. Analog wird auf der anderen Seite des OM-Streifens ein weiterer UM-Streifen angenaeht. Jetzt
sollte ein Streifen OM mit je zwei "Wulstnaehten" auf zwei rauhen UM-Streifen entstanden sein.
Um den naechsten OM-Streifen anzunaehen, benoetigt man den Reissverschlussfuss. Ansonsten wird der Abstand zwischen den OM-Streifen zu gross. Wenn man sorgfaeltig hinsieht, bemerkt man das an B'Eloras und
meinen Schulterteilen. Man legt jetzt wieder einen OM-Streifen rauhseitig, so knapp wie moeglich, neben den bereits vernaehten OM-Streifen und naeht ihn auf den UM-Streifen, der unter dem bereits vernaehten OM-Streifen hervorschaut. Der neuen OM-Streifen wird ebenfalls geklappt und entlang der Falte mit einem geraden Stich vernaeht. Ein weiterer UM-Streifen wird an das freie Ende des zweiten OM-Streifens wie gehabt mit dem normalen Fuss angenaeht. Auf diese Weise entsteht ein Stueck Weste, in dem sich "wulstfoermig" vernaehte OM-Streifen mit "unterliegenden" rauhseitigen UM-Streifen abloesen.
Durch das abwechselnde Falten und Aufnaehen ent- stehen in jedem Fall gerade Kanten und die Abstaende zwischen den OM-Streifen bleiben ungefaehr gleich. Ausserdem sind nun alle Streifen doppelt miteinander
vernaeht, was die Reissfestigkeit der Weste erhoeht.
Kleiner Tip: Um die Wechsel der Fuesse so selten wie moeglich zu halten, sollte man mehrfach nur einen OM-Streifen mit einem UM-Streifen vernaehen. Dann den Fuss wechseln und die entsprechende Anzahl von Streifenpaaren mit dem Reissverschlussfuss verbinden, anstatt jedesmal den Fuss zu wechseln,
um einen weiteren OM-Streifen anzunaehen.
Zum Naehen sollte man spezielle "Ledernadeln" verwenden. Diese haben an der Spitze eine kleine Klinge, die das (Kunst-)Leder erst anschneidet. Sie dringen daher einfacher durch das Material undberchen daher nicht so schnell.
Ausserdem sollten alle Naehte durch mehrfaches Vernaehen gegen "Aufribbeln" gesichert werden. Da haeufig spaeter die Weste passend geschnitten werden muss, und die Enden dann entsprechend gekuerzt werden, sollten diese Stuecke moeglichst lang sein.
Durch diese Technik entstehen "rechteckige" Teilstuecke, welche nur noch verbunden und in Form gebracht werden muessen.
Aufbau:
Prinzipiell zergliedert sich die Uniform in folgende Teile:
1) Schulterpartie
2) Brustteil, links und rechts.
3) Rueckenteil
4) Kragen
5) Wuerste.
Eine Wurst fuer den Kragen.
Eine Wurst fuer die Brust.
6) Metallbeschlaege.
1) Die Schulterpartie:
Das Wichtige hierbei ist das Schulterdreieck. Der haeufigste Fehler ist, das Schulterstueck komplett aus rechteckigen Teilen zu fertigen. Das fuehrt zu maechtigen Ausbeulungen im Schulterbereich. Um das Schulterdreieck zu bestimmen, nimmt man die Masse am besten von einem passenden Hemd ab. Das Dreieck ergibt sich dann aus dem rechteckigen Ruecken- und Vorderteilen, sowie der Halsform des Hemdes. Falls ein Kragen angenaeht werden soll, kommt eine Nahtzugabe hinzu. Die Ruecken- und Vorderteile bestehen aus vier OM-Streifen mit jeweils zwei ueberstehenden UM-Streifen. Die Laengen werden hierbei durch den Koerperbau des Traegers bestimmt. Anders als bei unseren Uniformen, sollten die Schulterpartien nur bis zur Mitte
zwischen Brustwarzen und Achselhoehle reichen, damit die Bewegungsfreiheit der Arme nicht zu stark eingeschraenkt ist. Damit bestimmt sich auch etwas die Groesse der Schulterdreiecke. Ansonsten werden die Schulterdreiecke wie normale OM-Streifen verarbeitet.
Falls ein Kragen angebracht werden soll, muss auch an den Vorderteilen eine Nahtzugabe hinzugefuegt werden.
2) Die Vorderteile:
Die Vorderteile bestehen aus rechteckigen Streifenstuecken, wobei die Laengen und die Anzahl der Streifen durch den Traeger bestimmt sind. An den Seiten sind die Streifen natuerlich nach oben dem jeweiligen
Aermelausschnitt angepasst. Einzige Besonderheit sind die Frontabschluesse. Hier wird ein 5,5,-6,5 cm breiter OM-Streifen zuerst wie gewohnt angenaeht. Aber anschliessend wird er als Abschluss um das Vorderteil herumgeklappt und zwischen zwei OM-Streifen auf einen UM-Streifen aufgenaeht. Hierdurch entsteht ein "runder" Abschluss des Vorderteils.
3) Das Rueckenteil:
Das Rueckenteil besteht aus einem rechteckigen Streifenstueck, wobei die Laengen und die Anzahl der Streifen durch den Traeger bestimmt sind. An den Seiten sind die Streifen auch hier nach oben dem jeweiligen
Aermelausschnitt angepasst.
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Die Weste wird angepasst, indem Ruecken- und Vorderteile an der Seite vernaeht und die die Teile 2) und 3) an 1) befestigt werden. Da jetzt sehr viele Lederlagen uebereinander liegen koennen, muessen die Verbind- ungen zur Schulterpartie genietet, beziehungsweise per Hand genaeht werden. Bei allen Nietverbindungen sollten Unterlegscheiben verwendet werden, um ein Durch- rutschen der Nieten im flexiblen Leder zu verhindern.
Nachdem die ueberstehenden Enden abgeschnitten wurden, ist die Weste fast fertig.
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4) Der Kragen:
Der Kragen besteht aus je einem breiten Streifen OM und UM, welche auf "links" zusammengenaeht werden. Anschliessend werden sie gewendet und auf den Nahtzugaben der Schulterpartie per Hand angenaeht.
5) Die Wuerste:
Zwei 7,5 cm breiter OM- Streifen werden auf "links" entlang der Laengskante zusammengenaeht und gewendet.
Anschliessend wird der stabilisierende Aquariums- schlauch in die Lederhuelle eingezogen.
Die Brustwurst verlaeuft unterhalb der Brust und wird per Hand an der Weste angenaeht. Mittels des Verschlusses wird die Weste vorne zusammen gehalten.
Die Kragenwurst verlaeuft entlang der Verbindung zwischen Kragen und Weste und kaschiert diese etwas.
Vorne wird sie mittels jeweils drei 1,5 cm Ringen aus dem Messingrohr und jeweils einem Messingduebel befestigt. Jedes Metallteil wird an einer Seite durchgebohrt, ueber die Wurst geschoben, und mit einer Blindniete befestigt.
Der Rest wird am Kragen per Hand festgenaeht.
6) Die Metallbeschlaege:
Es gibt verschiedene Arten, die Beschlaege zu bauen und zu montieren, auf die ein anderes Mal eingegangen wird.
Wichtiger Tip fuer "Echthaar-Klingonen". Scharfkantige Beschlaege koennen die Haare abreissen und damit zu vermehrten Spliss fuehren.
Ansonsten ...